Fiat 126, ideales Transportmittel für einen Twin Jet. 23 PS (17 KW), 145 km/h Spitzengeschwindigkeit, AHK und Liegesitze - das ideale Transportmittel, um mit einem Modellhubschrauber und einer Startkiste zum Flugplatz zu fahren. Die Nase des Twin Jet steckte im Fußraum vor dem Beifahrersitz, das Seitenleitwerk neben der Kopfstütze, und der Sicherheitsgurt hielt den Rumpf um das Dom herum fest. Zum Glück hatte mein 126er Fiat Liegesitze, denn ohne Verstellen der Rückenlehne hätte dieser Plan nicht funktioniert.
Die Anhängerkupplung kam jeweils dann zum Einsatz, wenn wir auf dem Platz zum Grillen verabredet waren. Ich hatte einen winzigen Anhänger, gerade groß genug, um darin eine Kühlbox, Campingtisch und Stühlchen mitzunehmen. Auf der Rückbank war dafür kein Platz, dort stand die Startbox hinter dem Fahrersitz.

Ich habe dieses Auto heiß und innig geliebt, gute 90.000 km damit problemlos zurückgelegt, und abgesehen vom turnusmäßigen Werkstattbesuch nur ab und an die Verteilerkappe gewechselt. Als Tochter eines Handwerkers war mir der Umgang mit Werkzeug nicht fremd (schließlich fand ich schon als Kind fachgerechte Werkstückbearbeitung mittels Schraubstock und Hammer interessanter als die obligatorische Puppenküche), doch erschloß sich mir der Motorraum meines Autos erst dann so richtig, als ich mich eingehend mit Modellhubschraubern beschäftigte.

Ich bin stolz auf meine erste Urkunde.Mein Erlebnis auf dem Freilassinger Flugplatz werde ich sicher nie vergessen. Es sollte nur ein Besuch sein, auch wenn ich meinen Hubschrauber im Gepäck hatte. Ich wollte vielleicht mal eine Runde fliegen, und mein Twin Jet hätte sich bestimmt auch wohlgefühlt, wenn er nur zum Lüften in anderer Umgebung geständen hätte.
Wie konnte jemand nur auf die Idee kommen, ich würde an dem Wettbewerb teilnehmen, der an diesem Wochenende stattfand? Ich doch nicht! Na ja, es stimmte schon, daß ich das Achten-Fliegen um Stangen bereits versucht hatte. Aber ein Versuch ist doch noch keine Vorbereitung auf einen Wettbewerb.
Kurz und gut, ich ließ mich überzeugen, daß nun der Moment gekommen sei, zum ersten mal an einem Wettbewerb teilzunehmen.
Wer nicht schwimmen kann, sollte nicht ins tiefe Wasser gehen. Ich fühlte mich obendrein, als ob ich noch nie eine Zehenspitze in Wasser gesteckt hätte. Von A nach B zu fliegen, dabei eine bestimmte Höhe einzuhalten, Landequadrate exakt mittig zu treffen und zu liegendem M oder stehendem O überzuleiten, das hatte ich in knapp acht Monaten schon gelernt. Ich war ja nicht umsonst jeden Freitag nach Feierabend, jeden Samstag und jeden Sonntag beim Training gewesen. Die Stangen flößten mir jedoch mehr Respekt ein, als mir lieb war. Von einer Acht zur anderen schien sich der Abstand dazwischen zu verkürzen, meine Nerven waren zum Zerreißen angespannt.
Wenn es wenigstens Holzstäbe gewesen wären, und keine aus Metall, die den Eindruck solider Zaunpfosten vermittelten, hätte es dem Heckrotor dann weniger geschadet? Auf einen so abrupten Schluß des Durchganges hätte ich durchaus verzichten können!
Schadensbegutachtung? Ich wollte gar nicht wissen, was mit meinem Twin Jet passiert war und ließ anderen den Vortritt. Mein nächstes Ziel war das Vereinsheim; ich mußte mich von der ganzen Aufregung erholen und mich einfach nur irgendwo hinsetzen. Der nette ältere Herr, der dort für die Bewirtung zuständig war, begrüßte mich gleich ganz freudig und versicherte mir, daß er noch nie auf die weite Entfernung zum Platz jemanden bei Fliegen hätte so mit den Knien zittern sehen wie mich.
Inzwischen gab es eine erste Hochrechnung, die mich aufatmen ließ. Nein, ich meine nicht das Wettbewerbsergebnis, sondern die Kalkulation der Reparaturkosten: so ca. 70,00 DM würden wohl auf mich zukommen. Mir fiel ein Stein vom Herzen!
Schon bevor mir Toni Brunner für die Teilnahme an diesem meinem ersten Wettbewerb nicht nur eine Urkunde, sondern auch einen Pokal überreicht hatte, war mir klar wie es nun weitergehen würde. Das Eis war gebrochen, meine neue Leidenschaft galt der Wettbewerbsfliegerei.

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